Der Ev. Kindergarten Solz im Rückblick

Mit einem Vorlauf von einem gutem halben Jahr ist am 19. Juni 1973 die Arbeit im Kinderspielkreis in Solz begonnen und aufgrund seines Erfolges sowie der tatkräftigen Unterstützung durch die Eltern und die gesamte Gemeinde am 01.10.1981 in einem eingruppigen Kindergarten umgewandelt worden. Die starke Nachfrage nach Kindergartenplätzen und die Anfrage zur Betreuung eines behinderten Kindes aus einer Nachbargemeinde führten im Sommer 1992 zur konkreten Planung einer weiteren Gruppe und der dafür nötigen Räume. Von Beginn an war der Kinderspielkreis und spätere Kindergarten in den ehemaligen Jugendräumen im Untergeschoss des Gemeindehauses untergebracht. Zwei Gruppenräume, Toiletten und Waschraum, sowie eine kleine Teeküche boten Maximal 25 Kindern im Alter ab 3 Jahren Platz. Die Umwandlung der 1985 überdachten Terrasse neben der Büroräumen des Pfarramts in einen weiteren Gruppenraum bot nur eine vorübergehende Lösung und so konzentrierten sich die Bemühungen darauf, einen kompletten Anbau für eine zweite Gruppe zu schaffen. So kam es schließlich im Sommer 1993 zur Lösung des „gordischen Knotens“, als die Stadt Bebra sich bereit erklärte, auf dem Grundstück der Kirchengemeinde, mit Hilfe der Dorferneuerung und ihrer 75%igen Förderung, einen Anbau für die neue 

2. Gruppe mit weiteren 25 Plätzen, Toiletten und Abstellräumen sowie einer zweiten Spielebene zu errichten und dann der Kirchengemeinde zur Verfügung zu stellen. Ab dem 1. Januar 1995 kann nun der Ev. Kindergarten in Solz in 2 Gruppen insgesamt 50 Kindergartenplätze anbieten. Die offizielle Einweihung der neuen und neu renovierten Räume fand am Samstag, dem 11. Februar 1995 statt. 

1988Hinter der soeben in wenigen Zeilen zusammengedrängten Geschichte unserer Kindergartens steht allerdings eine lange mühsame Entwicklung, die letztlich nur so erfolgreich geworden ist, weil sich von Anfang an der Kirchenvorstand in Solz mit seiner Pfarrerin Roswitha Alterhoff und dann dem Pfarrerehepaar Axel und Gloria Dück uneingeschränkt für die Unterstützung der Arbeit mit diesen Kindern festgelegt hat und er in seinem Bemühen das Interesse der Eltern nicht nur in Solz, sondern im ganzen Kirchspiel, aufnehmen und gemeinsam vorantreiben konnte. An dieser Stelle, muss das besondere Engagement unseres Kirchenvorstehers Horst Köstner erwähnt werden. Seit dem Eintritt in den Kirchenvorstand im Jahre 1971 hat er sich mit unermüdlicher Energie und großem Zeitaufwand für die Arbeit mit den Kindern eingesetzt.

Die Idee, etwas in besonderer Weise für die Kinder der Gemeinde zu tun, stammt noch vom 1971 neu gewählten Kirchenvorstand unter Pfarrer Heinrich Steckert. Doch erst der im Januar 1972 gebildete Ausschuss des Kirchenvorstands für Kinderarbeit, unter Vorsitz von Lehrer Udo Siebald und die neue Pfarrerin Roswitha Alterhoff konnten mit der konkreten Planung beginnen. Am 31.10.1972 wurde ein Brief an die Eltern der Kinder der Jahrgänge 1967 bis 69 verfasst in dem nach den Interesse für einen vorschulischen Kinderspielkreis gefragt wurde. Die positive Resonanz ermutigte den Kirchenvorstand, die ehemaligen Jugendräume zur Verfügung zu stellen, sie zu renovieren, Möbel und Spielmaterial anzuschaffen und dann am Dienstag den 10. Juni 1973, einen Kinderspielkreis zu eröffnen.

1 1981Das Besondere dieser Einrichtung war von Anfang an die große Unterstützung und Mithilfe durch die Eltern. Immer zwei Mütter teilten sich den Dienst in der Betreuung der Kinder, jeweils für zwei Wochen von Dienstag bis Donnerstag in der Zeit von  9 bis 12 Uhr. Nur in den Schulferien bleib der Spielkreis geschlossen. Nachdem sich die Einrichtung sehr schnell konsolidiert hatte, entstand nach wenigen Jahren der Wunsch, eine Mutter als ständige Betreuerin fest anzustellen und den Spielkreis an weiteren Tagen zu öffnen. So wurde am 01.11.1978 Frau Elisabeth Rettig eingestellt und der Kinderspielkreis nun von Dienstag bis Freitag geöffnet. Zur Finanzierung der Mehrkosten wurde der Elternbeitrag von 10 DM auf 25 DM angehoben und die Stadt Bebra, der Landkreis und der Kirchenkreis um Zuschuss gebeten. Wie groß die Unterstützung in der Bevölkerung war, zeigte sich auch daran, dass weiterhin jeweils eine Mutter ehrenamtlich mitarbeitete und ganz selbstverständlich auch den Elternbeitrag für ihr Kind weiterbezahlte. Da die Arbeit des Kinderspielkreises in die übrige Gemeindearbeit voll integriert war, konnten alle anfallenden Defizite ohne Mühe durch Spenden gedeckt werden. Da fast alle in Frage kommenden Solzer und Imshäuser Kinder ab 3 Jahre den Spielkreis besuchten, betrug die Gruppenstärke etwa 20 bis 25 Kinder.

4 1982Die Bewährungsprobe für diese Einrichtung kam, als Anfang der 80er Jahre in der Kernstadt Bebra ein neuer Kindergarten am Bünberg fertig gestellt wurde und die Solzer Kinder dorthin überführt werden sollten. Auch diesmal waren sich die Eltern einig und setzten sich vehement für den Erhalt der Einrichtung am Ort ein. Dass Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren schon zweimal mit dem Bus eine dreiviertel Stunde transportiert werden sollten, wo doch am Ort eine viel günstigere Gelegenheit zur Betreuung vorhanden war, war nicht einzusehen. Doch die Stadt und Landesjugendamt stellten sich stur. Die Stadt wollte kein Geld mehr geben und das Landesjugendamt machte Auflagen. So setzte der Kirchenvorstand unter Vorsitz von Horst Köstner alle Hebel in Bewegung und wandelte schließlich den Kinderspielkreis in einen Kindergarten um.

2 1981Obwohl die Finanzierung nicht sichergestellt war, wurde am 01.10.1981 Fräulein Heike Brückner (jetzt Bode) als Leiterin und Erzieherin für den Kindergarten eingestellt. Dank der großartigen Unterstützung durch das ganze Kirchspiel (Altpapiersammlung, Vereinsspenden sowie Spendenaktion bei Banken und Geschäftsleuten) konnte die Finanzierung letztlich doch ermöglicht und über etliche Jahre hinweg durchgehalten werden. Der Spendenanteil zur Absicherung der Peronalkosten lag zuletzt in den Jahren 1986 und 1987 bei über 13.000 DM! Denn erst 1988 konnten Pfarrer Dück und der Kirchenvorstand die endgültige Anerkennung des Solzer Kindergartens durch die Stadt Bebra erreichen und einen zu den andern konfessionellen Kindergärten gleichwertigen Betriebsvertrag abschließen.

5 1993Die war wirklich ein Meilenstein in der Geschichte unseres Kindergartens, denn seitdem läuft die Zusammenarbeit mit der Stadt gut und hat schließlich die Grundlage für die Erweiterungen gebildet, die zuletzt durch den Anbau für die 2. Gruppe erfolgt sind. Ab dem 01. Januar 1995 konnte nun Frau Regina Weber als zweite Erzieherin und neue Leiterin sowie Frau Petra Walther (heute Laube) als weitere Helferin fest eingestellt werden. Auch für die Reinigung ist einweiterer Arbeitsplatz geschaffen worden. Noch einmal hat sich auch an dieser Stelle die gelungene Einbindung und großartige Unterstützung unseres Kindergartens durch das Kirchspiel gezeigt; denn für die Finanzierung der Inneneinrichtung für die neue 2. Gruppe waren inzwischen über 30.000 DM zusammen gekommen. Da sowohl bei der Kirche wie auch bei der Kommune der finanzielle Rahmen ausgeschöpft war, waren wir dringlichst auf diese Unterstützung angewiesen.

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6 1993Die 50 Kindergartenplätze stehen nun in der Hauptsache den Kindern Solz, Imshausen, Gilfershausen, Braunhausen und auch Iba, zur Verfügung. Der Elternbeitrag deckt in etwa 1/3 der gesamten Kosten; die übrigen 2/3 der Kosten teilen sich die Kirche und die Stadt Bebra. Für die Zukunft ist zu wünschen, dass trotz der überall schwieriger werdenden Finanzlage an der Arbeit für und mit den Kindern nicht gespart wird, sondern die Kinder weiterhin Priorität genießen.

Die weitere Entwicklung

Die Arbeit des Evangelischen Kindergarten in Solz ist inzwischen ein fester Bestandteil des örtlichen Lebens in Solz wie auch im sozialen Angebot der Stadt Bebra, die sich seit einiger Zeit auch als kinderfreundliche Kommune präsentiert. Wer nun die Geschichte des Kindergarten verfolgt hat weiß, dass dies nicht selbstverständlich ist. Inzwischen ist die Einrichtung durch Verträge gut abgesichert so dass, zwei weitere Erzieherinnen eingestellt werden konnten. Mittlerweile wurden etliche Jubiläen gefeiert. Am 19. Juni 1998 wurde der Kindergarten 25 Jahre alt und feierte ein großes Fest, bei dem Jung und Alt, ehemalige und neue Kindergartenkinder sowie Freunde und Förderer unserer Arbeit ein abwechslungsreiches Programm erlebten. Nicht nur die Kinder, auch die Kindergarten-Mitarbeiterinnen fühlen sich in der Einrichtung wohl und konnten nach und nach ihr 25. Dienstjubiläum feiern, Elisabeth Rettig (1998), Heike Bode (2006), Regina Weber (2008) und Petra Laube (2010).

Der demografische Wandel ist auch im Kindergarten spürbar. In den Jahren 1995/96 gab es z. B. drei Gruppen mit insgesamt bis zu 72 Kindern. Seit einigen Jahren werden in zwei Gruppen maximal 45 Kinder betreut. Durch die Ausweitung des Einzuggebietes über das Kirchspiel Solz mit Imshausen und Gilfershausen hinaus auf Iba, Braunhausen und die Kernstadt Bebra und die Aufnahme von Kindern ab zwei Jahren – seit April 2006 – ist die Belegung stabil geblieben und der Standort des Ev. Kindergarten Solz gesichert. Damals wurde auf Wunsch der Eltern von Halbtags- auf Ganztagsöffnung mit Mittagessen und Mittagsbetreuung umgestellt und damit ebenfalls die Einrichtung weiter zukunftssicher gemacht. Die Kinder können zurzeit täglich von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr die Kindertagesstätte besuchen; auch ein tageweiser Besuch zum Eingewöhnen ist möglich.

Nachdem das Land Hessen nun auch die Mindeststandards in den Kindertageseinrichtungen angehoben hat, kann ab Januar 2011 mit einer besseren Personalausstattung noch optimaler für und mit den Kindern gearbeitet werden. Neben der Leiterin Regina Dechentreiter (ehem.Weber) gehören Petra Laube, Ilse Noll, Alexandra Rettig und Silke Clauder zum Team. Außerdem arbeiten Marion Schüler als Reinigungskraft und Haushaltshilfe, Leon Diehl zur Pflege der Außenanlage / bzw. Winterdienst und Denni Taube für die hausmeisterlichen Tätigkeiten im Kindergarten.

Die Zukunft

10 2000Der hohe Standard der pädagogischen Arbeit zeigt sich auch darin, dass seit dem Jahr 2009 für die Eltern der Kinder regelmäßig einmal im Jahr Entwicklungsgespräche angeboten werden, um so jedes Kind gezielt zu fördern und individuell auf die Schule vorbereiten zu können. Die allgemeine Einführung einer Kinderakte in allen Ev. Kindergärten der Landeskirche erleichtert diese Arbeit. In Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk unserer Landeskirche, hat der Kindergarten ein Qualitätshandbuch erarbeitet und am 19. April 2013 die Urkunde dafür erhalten.

Zum 40. jährigen Jubiläums des Ev. Kindergartens wird nun auch die Konzeption und eine eigene Homepage präsentiert werden können.

Für die Zukunft bleibt zu wünschen, dass bei allen weitern Entwicklungen und Veränderungen im Bereich des Kindergartens das Wohl des einzelnen Kindes im Mittelpunkt steht und bleibt, dem sich alles andere unterzuordnen hat.

Texte auszugsweise aus den Büchern: Solz – Unser Dorf gestern und heute, Solz 2010 – Unser Dorf im Jubiläumsjahr.
Mit freundlicher Genehmigung des Heimatvereins Solz

Kontakt

Ev. Kindergarten Solz

Burgring 12 
36179 Bebra-Solz 

Tel.: 06627-919061
Fax: 06627-919063

Em@il

Öffnungszeiten und Betreuungsvarianten

Montag- Freitag 
7.30 Uhr bis 16.30 Uhr

Halbtags-Betreuung

Dreiviertel-Betreuung

Ganztags-Betreuung

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